Haben junge Menschen ein Bild von „Natur“? Wissenschaftlicher Besuch im Unterricht der 7c

Hamburg - Magdeburg, 20.09.2019

Morgens um vier Uhr steht Prof. Dr. Thorsten Hoke auf, um den Zug nach Hamburg Wilhelmsburg zu nehmen. Hoke ist Professor für Kunsttherapie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), Dozent und Psychologe am Institut für psychoanalytische Kunsttherapie Hannover (IPK), Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Psychologe und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Hamburg. Was also führt Prof. Dr. Hoke hierher nach Wilhelmsburg an die Nelson-Mandela-Schule?

Natur im Gefühl?

Um 9 Uhr hat der Wissenschaftler eine Verabredung mit der Klassenlehrerin Elisabeth Hintze, denn er möchte um 9:40 Uhr vor der Klasse 7c stehen. Hier möchte er sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild davon machen, ob Schülerinnen und Schüler aus der Stadt sich nach der gemeinsamen Arbeit mit unserem Kooperationspartner Wälderhaus, nach den Gesprächen, Diskussionen und Untersuchungen zum Thema Natur und Nachhaltigkeit und nach den Projekten etwas mit dem Begriff „NATUR“ verbinden.

Es gab nur einen kleinen kurzen Impuls, ein Gespräch von wenigen Minuten. Dann schon sollten alle aus der Klasse mit der kreativen Arbeit beginnen und individuelle Lösungen fertigen.

Engagierte Teilnehmer

ALLE taten das, griffen routiniert zu Papier, Buntstiften oder Wasserfarben und begannen mit der Arbeit, denn die zeitliche Vorgabe war klar: In 50 Minuten sollten alle fertig sein.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Sie hängen im Flur vor dem Raum 69, dem Klassenraum der 7c, für alle sichtbar aus. Zu erkennen ist eine Collage aus „verschiedensten Erfahrungsbildern“, wie Professor Hoke verrät.

„Ich habe schon einmal über zwei Stunden auf einem Baum gesessen, Frau Hintze!“ sagt der Schüler Muhammad. „Das erkenne ich, Muhammad. Dein Baum hat einen kräftigen Stamm, starke Äste und entwickelt zarte Zweige, an denen Blätter hängen“, freut sich Professor Hoke. Die Zeit für eine vollkommene Beschreibung fehlt leider.

Viel blauer Himmel und hohe Bäume, viel „Insektengewimmel über der Erde“, wunderschöne Blumen und kleine Tiere sind auf den Schülerarbeiten zu sehen. Aber dargestellt werden auch Gegensätze wie schöner Sonnenschein zu Gewitterhimmel oder eine gesunde, kräftige Natur zur industriellen Verschmutzung. Hier zeigen sich nachdenkliche, besorgte Schülerinnen und Schüler.

Diese Bilder spiegeln etwas wider: Wir reden über Natur, erleben sie und sehen den Umgang mit den natürlichen Ressourcen kritisch.

„Und, Herr Hoke, hat sich der frühe, lange Weg nach Kirchdorf gelohnt?“, fragt die Klassenlehrerin zum Schluss nach. Thorsten Hoke bekundet klar: „JA! Es ist zu sehen, dass diese Klasse kreativ geführt wird und keine Scheu hat, sich kreativ und individuell zu äußern.“

Vielen Dank an Professor Hoke und vielen Dank der 7c für dieses Experiment.

HT